Wem kann man Glauben schenken, wenn es um Ernährung geht?

Beratung, Ernährungspläne, Diäten oder Ernährungs-Coaching: Angesichts der zirkulierenden Informationsflut zu diesem Thema überrascht es nicht mehr, dass sich so viele in diesem Dickicht verlieren. Es herrscht eine wahre Reizüberflutung bezüglich der Ernährung, oder anders gesagt, eine Vielfalt an widersprüchlichen Ratschlägen, die nur zur noch grösseren Verwirrung eines bereits komplexen Themas beitragen. Erklärungsversuch mit einem Studienabgänger in Ernährung und Diätetik.

Einstieg ins Thema

Um nur die bekanntesten Beispiele zu erwähnen: Gluten sollen gemäss einigen Fachpersonen Giftstoffe enthalten, während andere genau das Gegenteil behaupten. Eier sollen mit Zurückhaltung konsumiert werden, also nicht mehr als zwei pro Woche, da sonst der Cholesterinspiegel ausser Kontrolle gerät. Und was die Laktose anbelangt, so sollen wir diese als Erwachsene gar nicht mehr verdauen können. Doch wie soll man nun die Spreu vom Weizen trennen? Das Thema ist komplex und das Ziel dieses Artikels liegt darin, diesbezüglich einige Denkanstösse zu liefern.

Als Ernährungsberater könnte ich mich natürlich damit begnügen, auf das Fachwissen von Gesundheitsfachpersonen und das Befolgen der offiziellen Empfehlungen zu verweisen. Doch angesichts der Vielzahl an Ratschlägen, die uns im Bereich Ernährung entgegenschwappen, würde dies an der Quelle des Problems vorbeischiessen.

Tatsache ist, dass auch die Schweiz nicht von sogenannten Zivilisationskrankheiten verschont bleibt (1) und wir bezüglich der Befolgung von Ernährungsempfehlungen schlechte Schüler sind (2). Doch die Realität sieht natürlich einiges komplexer aus als eine simple Nichtbefolgung dieser Empfehlungen. Wo liegt denn nun die Ursache des Problems? Vielleicht gerade bei den widersprüchlichen Informationen, die uns ständig umwerben, auch – oder gerade – wenn wir gar nicht um sie gebeten haben. Präventionskampagnen, Blogs, Magazine, Werbung oder sogar unsere liebe Mutter: alle haben ihre Meinung und ihre Ratschläge dazu. Mit dem Aufstieg des Internets hat sich die Situation in den letzten Jahren zusätzlich verschärft. Eine meiner Professor/innen brachte dazu jeweils einen treffenden Vergleich an: «Mit der Ernährung ist es wie mit dem Englischen. Alle kennen ein paar Worte und verfügen über einige Kenntnisse, aber wenn es darum geht, ein richtiges Gespräch zu führen oder die Dinge genauer zu erläutern, dann sieht es wieder ganz anders aus.»

Wer erteilt Ernährungsempfehlungen?

Offizielle Ernährungsempfehlungen

Um es gleich vorweg zu nehmen: Wenn Ernährungsempfehlungen besser befolgt würden, wäre das ein grosser Schritt in die richtige Richtung. Es existieren zwar viele Empfehlungen, die auf die gesamte Bevölkerung abzielen, wie etwa ausreichend Früchte und Gemüse zu essen oder den Konsum von verarbeiten Produkten und raffiniertem Zucker einzuschränken. Das Problem liegt aber gerade in der Natur dieser Ratschläge begraben. Im Bestreben, diese Empfehlungen für 97,5 % der Bevölkerung umsetzbar zu machen, wurden sie eben auch sehr, oder eben zu sehr, verallgemeinert (3). So wiegt eine Portion Fleisch 120 g, der durchschnittliche Energiebedarf liegt bei 2000 kcal pro Tag (4). Aber stellen wir uns eine einfache Frage: Hat ein zwanzigjähriger Student, der zweimal wöchentlich Sport treibt, wirklich den gleichen Energiebedarf wie ein Frischpensionierter? Verzehrt ein Büroangestellter die gleichen Mengen wie ein Strassenarbeiter? Die Antwort ist nein. Im Bestreben, die Empfehlungen zu verallgemeinern, haben diese auch ihre Schlagkraft verloren.

Das Internet

Zwischen den Blogs zu veganer, paleozäner oder Rohkost-Ernährung, den Fitness-Foren oder den Websites zu den neuen Mode-Diäten können sich Fachpersonen nur die Haare raufen. Das Internet ist eine grosse Datenbank und hilfreich, um auf einen Klick Informationen zu finden. Diese sollten jedoch nur mit der allergrössten Vorsicht genossen werden. Die gefunden Informationen können unvollständig oder verfälscht sein oder schlicht jeglicher Grundlage entbehren, während die Richtigkeit des Inhalts allzu oft nicht überprüft wird. Natürlich gehört nicht gleich alles in den Müll, aber zumindest muss oft tiefer als die ersten paar Ergebnisse gegraben werden, um auf qualitativ hochstehende Informationen zu stossen.

Das grösste Problem liegt also nach wie vor in der Bewertung der Qualität und der Glaubwürdigkeit von Informationen sowie der entsprechenden Quelle. Handelt es sich um eine vertrauenswürdige Informationsquelle? Wer schreibt, und für wen? Ist dieser Autor bekannt und verfügt er über eine solide Ausbildung? Das einzige Mittel, um wenigstens ein Minimum an Objektivität zu erzielen, ist das Beharren auf Quellen, Referenzen sowie eine vollständige Transparenz des Autors. Misstrauen ist auch bei Online-Bekenntnissen angebracht, da uns die Erfahrung lehrt, dass diese häufig gekauft oder schlichtweg erfunden sind.

Die Medien

Haben Sie einmal versucht, eine Detox-Kur, eine Mono-Diät oder eine dieser neuen Diäten zu machen, die in gewissen Magazinen empfohlen werden? Wie lange haben sie es geschafft, sich an Ihre Vorsätze zu halten, und was waren die langfristigen Ergebnisse? Es ist nicht überraschend, zu erfahren, dass nur ganz wenige Menschen eine Gewichtsabnahme langfristig aufrechterhalten können (5). Die Situation verschärft sich stattdessen oft noch, aus dem einfachen Grund, dass eine zu kontrollierte und restriktive Ernährung Ihnen langfristig mehr schadet als nützt. Sie verlieren dabei also nicht nur Ihre überflüssigen Kilos, sondern oft auch noch Geld, das andernorts besser investiert wäre, sowie das oft bereits arg gebeutelte Vertrauen in sich selbst (6).

Wenn die Lösung in Wunderdiäten und magischen Pülverchen liegen würde, dann gäbe es schliesslich nicht so viele Probleme mit Übergewicht, Adipositas und Störungen des Ernährungsverhaltens. Es gilt also, bezüglich der von gewissen Magazinen oder Websites beworbenen Wunderlösungen wachsam zu bleiben, insbesondere wenn der Sommer vor der Tür steht.

Bezüglich Radio- und Fernsehsendungen sowie Presseartikel ist zudem zu bedenken, dass es schwierig ist, solche komplexe Themen kurz zu halten. Es gilt also, einen kritischen Blick zu bewahren, da unklare Vereinfachungen oder Popularisierungen bei der breiten Öffentlichkeit Unverständnis hervorrufen können. Aber natürlich gibt es auch Beispiele, in denen vertrauenswürdige Informationen und Reportage eine gute Ehe eingehen, sofern gewisse Regeln respektiert werden: Objektivität, Überprüfbarkeit der Quellen, Referenzen und Transparenz.

Wissenschaftliche Studien

Studien sind im Allgemeinen keine Hauptinformationsquelle für die breite Öffentlichkeit, sondern eine wichtige Informationsquelle für Gesundheitsfachpersonen. Ich beschränke mich hier daher auf wenige Worte: Man stirbt nicht ab zu viel Wissenschaft, sondern aufgrund eines Mangels an objektiver und unabhängiger Forschung. Die Wissenschaft ist ein Werkzeug, das zum Guten oder Schlechten verwendet werden kann. Es geht hier nicht darum, wissenschaftliche Studien zu verunglimpfen, sondern darum, sich über die Interessen und die Transparenz der Autoren bewusst zu werden, um dadurch eine kritische und objektive Lektüre zu ermöglichen.

Die Lebensmittelindustrie

Über die Werbung sowie die zahlreichen ernährungswissenschaftlichen Vorzüge, die auf den Produkten aufgeführt sind, rührt auch die Lebensmittelindustrie mit grosser Kelle in der Verwirrung der Konsument/innen mit. Wir müssen realistisch sein und erkennen, dass sich die Interessen der Lebensmittelindustrie nicht immer an der guten Gesundheit der Konsument/innen orientieren. Es handelt sich hier in erster Linie um Unternehmen, die vor allem bessere Geschäftszahlen erzielen möchten, was man ihnen schlecht zum Vorwurf machen kann. Haben wir diesen Aspekt erst einmal verstanden und in unsere Analyse integriert, ändert sich zwangsläufig auch unser Konsumverhalten. Informiert zu sein ist die Grundlage eines vernünftigen Konsums.

Wem kann man nun Glauben schenken?

Den diplomierten Ernährungsberater/innen?

Ziehen wir eine einfache Analogie: Würden Sie ein dermatologisches Problem von einem Augenarzt behandeln lassen? Natürlich nicht! Warum sollte man dann ein Ernährungsproblem von jemandem behandeln lassen, der nicht auf diesen Bereich spezialisiert ist?

Man wird nicht zum Ernährungsspezialisten, indem man einige Wochenendkurse besucht. Die Praxis der Ernährungsberater/innen beruht erstens auf der Aneignung von Kenntnissen aus der wissenschaftlichen Forschung – denn die Ernährung ist allem voran eine Wissenschaft – und zweitens auf der Praxis und der Erfahrung in diesem Bereich, die während vier langen Ausbildungsjahren gesammelt wird. Hinzu kommt noch die Individualisierung der Behandlungen. Es ist wichtig zu verstehen, dass es hier um Menschen geht, die alle einzigartig sind. Daher kann nicht einfach allen eine einzige Theorie oder ein vorgefertigter Ernährungsplan übergestülpt werden. Die Personalisierung der Behandlung ist grundlegend, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen (7).

Nur der Bachelor in Ernährung und Diätetik ist in der Schweiz anerkannt, und nur Personen, die im Besitz dieses Diploms sind, dürfen sich Ernährungsberater/innen nennen. Daher aufgepasst bei anderen nicht geschützten Namen wie «Ernährungsspezialist/in», «Ernährungstherapeut/in» oder «Ernährungsexpert/in». Um der Verwirrung entgegenzuwirken, hat der Schweizerische Verband der Ernährungsberater/innen (SVDE) sogar den Titel «Ernährungsberater/in SVDE» schützen lassen (8), damit dieser nur von Mitgliedern des Berufsverbands verwendet werden kann. Dieses Label zertifiziert, dass der Ernährungsberater/die Ernährungsberaterin:

  • im Besitz eines Fachhochschul-Diploms «Bachelor of Science in Ernährung und Diätetik» ist
  • vom Gesetz und dem Artikel 50a der Verordnung über die Krankenversicherung anerkannt ist (9)
  • die Berufstätigkeit auf wissenschaftliche Grundlagen stützt und berufsethische Grundsätze beachtet
  • darum bemüht ist, die Berufsordnung des Verbands sowie den Ethik-Kodex des SVDE zu respektieren.

Die einzige Ausnahme sind Ernährungsmediziner/innen, die nach dem Studium eine Spezialisierung in Ernährung absolviert haben.

Schlussfolgerungen

Natürlich sind nicht alle Ernährungsspezialist/innen, Ernährungstherapeut/innen oder Ernährungs-Coachs zu meiden wie die Pest, aber es bestehen doch sehr unterschiedliche Ausbildungsniveaus und man sollte sich bewusst sein, dass sich jede und jeder als Ernährungsspezialist/in bezeichnen kann, ohne über eine zertifizierte Ausbildung zu verfügen. Versichern Sie sich von der Relevanz der erhaltenen Informationen und bleiben Sie kritisch.

Bevor Sie sich Ratschläge von einfach irgendjemandem anhören und dabei Ihre Gesundheit gefährden, sind hier einige Grundregeln aufgelistet, um sich besser zurechtzufinden.

  • Versuchen Sie herauszufinden, wer die Empfehlung verfasst hat und welches die dahinterliegenden Interessen sind. Fragen Sie sich immer, welches der Inhalt ist, den die betreffende Person vermitteln möchte, und welches die Beweggründe dafür sind.
  • In der Schweiz ist einzig der Bachelor of Science (BSc) in Ernährung und Diätetik durch das Gesetz anerkannt. Ernährungsmediziner/innen einmal ausgenommen, die Erfahrung zeigt, dass selbsterklärte Ernährungsspezialist/innen zum Teil sogar so weit gehen, sich irgendwelche Diplome aus den Fingern zu saugen.
  • Versichern Sie sich, dass die betreffende Person nicht in einem Interessenskonflikt steht, da es nicht realistisch ist, dass jemand objektive Ratschläge erteilt und gleichzeitig für die Lebensmittelbranche oder einen Anbieter von Nahrungsergänzungsmittel arbeitet.
  • Überprüfen Sie, dass die Person, die Ihnen Empfehlungen erteilt, sich auf vertrauenswürdige Quellen stützt. Dies ist die Grundlage jeder wissenschaftlichen Vorgehensweise, und da die Ernährung allem voran eine Wissenschaft ist … Sie haben schon verstanden.
  • Die Frage, ob die betreffende Person auf ihrem Gebiet angesehen ist, ist zwar nicht immer ein Qualitätsbeweis, aber doch ein guter Start.
  • Bis auf wenige Ausnahmen zeigt die Erfahrung, dass gerade jene «Ernährungsspezialist/innen», die sich im Internet auf Seiten mit den grössten Doktoren und Professoren anpreisen, über die am wenigsten soliden Grundlagen und am wenigsten vertrauenswürdigen Informationen verfügen. Der Beruf des Ernährungsberaters / der Ernährungsberaterin betrifft die Gesundheit von Menschen und muss daher einer gewissen Ethik und einer Berufsordnung entsprechen. Lernen Sie, zwischen den Websites einer Gesundheitsfachperson und derjenigen eines Scharlatans, der ihnen einen Traum zu verkaufen versucht, zu unterscheiden.

In einer Zeit, in der sich viele Menschen unabhängig und auf ihre eigene Art und Weise behandeln lassen möchten, ist es wichtig, auch eine Unabhängigkeit im Bereich der Informationsbeschaffung zu entwickeln. Man muss lernen, einen kritischen Geist zu entwickeln, Informationen nicht für bare Münzen zu nehmen und bezüglich der Quellen und der angebotenen Ernährungsinformationen ein qualitativ hohes Niveau einzufordern. An eine einzige Wunderbehandlung zu glauben, entpuppt sich schnell als Illusion, denn es gibt so viele Lösungen wie Individuen.

Simon Besse
Ernährungsberater SVDE
[email protected]

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde ursprünglich auf www.topolitique.ch veröffentlicht, wir danken für die Genehmigung, diesen ebenfalls publizieren zu dürfen.

Addendum/Klarstellung SVDE: In der Schweiz sind sowohl der Titel BSc in Ernährung und Diätetik als auch der altrechtliche Titel dipl. Ernährungsberater/in HF gesetzlich anerkannt. Beide Titel befähigen zu einer professionellen Ausübung des Berufes und berechtigen zur Abrechnung von erbrachten Leistungen zulasten der Krankenkasse über die Grundversicherung. Damit sichtbar ist, welche Berufsleute diese Kriterien erfüllen, wurde das Label «Ernährungsberater/in SVDE» geschaffen, welches ausschliesslich von Mitgliedern des Berufsverbands getragen werden darf. Dieses Label garantiert, dass der/die Ernährungsberater/in SVDE einen Fachhochschulabschluss «BSc in Ernährung und Diätetik» oder einen altrechtlichen Abschluss auf Stufe «höhere Fachschule» als «dipl. Ernährungsberater/in HF» hat.

Weiterführende Informationen zu den gesetzlich anerkannten Ernährungsberater/innen erhalten Sie hier.

 

 

Qui croire en Nutrition ?

Conseils, plans alimentaires, régimes ou coaching nutritionnels: face à la multitude d’informations qui circulent sur le sujet, on ne s’étonne plus de voir tant de personnes s’y perdre! Une vraie cacophonie nutritionnelle, ou dit plus simplement, une multitude de conseils contradictoires qui ne font qu’apporter davantage de confusion sur des sujets déjà complexes. Tentative d’explication avec un diététicien récemment diplômé.

 

Entrée en matière

Pour ne citer que les exemples les plus connus: le gluten serait digne d’un poison selon certains experts, alors que d’autres vous affirment le contraire. Les oeufs seraient à consommer avec modération, soit pas plus de deux par semaine pour ne pas que votre taux de cholestérol s’emballe. Quant au lactose, on ne le digérerait plus une fois adulte. Mais comment séparer le bon grain de l’ivraie? Le sujet est complexe et l’objectif de cet article est de vous donner quelques pistes de réflexion.

En tant que diététicien, j’aurais pu botter en touche dès le début et me contenter de vous dire de faire confiance aux professionnels de la santé et de suivre les recommandations officielles, mais cela nous ferait inévitablement passer à côté de la source du problème, tant les émetteurs de conseils en nutrition sont nombreux.

Force est de constater que la Suisse n’est pas épargnée par ce qu’on appelle les maladies de civilisation(1) et que nous sommes de mauvais élèves en ce qui concerne le suivi des recommandations nutritionnelles(2). Mais la réalité est cependant bien plus complexe que le simple fait de ne pas respecter ces recommandations. A qui la faute? Peut-être aux informations contradictoires qui arrivent de toute part, même – et surtout – quand vous ne les avez pas sollicitées … Campagnes de prévention, blogs, magazines, publicités ou même votre chère mère, chacun y va de son avis et de ses conseils. Et depuis quelques années avec Internet, la situation tend même à s’aggraver. L’une de mes professeurs s’était même prêtée à une comparaison pleine de bon sens: « La nutrition, c’est comme l’anglais. Tout le monde sait dire quelques mots et a quelques connaissances, mais quand il s’agit de tenir une conversation ou d’expliquer les choses en profondeur, c’est une autre paire de manches. »

 

Qui donne des conseils en nutrition?

Les recommandations officielles

Mettons-nous tout de suite d’accord : si les recommandations nutritionnelles étaient davantage respectées, nous ferions déjà un grand pas en avant. Bien qu’il existe de nombreux conseils applicables à toute la population, tels que manger davantage de fruits et légumes ou limiter les produits transformés et les sucres raffinés, il existe un problème de par la nature même de ces recommandations. En ayant voulu les rendre applicables à 97,5% de la population, ces recommandations ont été très, voire trop, généralisées(3). « Une portion de viande devrait faire 120g, les besoins énergétiques moyens seraient de 2000kcal par jour… »(4). Mais posons-nous une question simple: est-ce qu’un étudiant d’une vingtaine d’années, qui fait du sport deux fois par semaine, a les mêmes besoins qu’un jeune retraité  ? Est-ce qu’un employé de bureau mange les mêmes quantités qu’un ouvrier travaillant sur les routes ? La réponse est non et à force d’avoir été trop généralisées, certaines recommandations semblent avoir perdu de leur intérêt.

Internet

Entre les blogs vegans, paléos et crudivores, les forums de musculation ou encore les sites consacrés aux nouveaux régimes à la mode, les professionnels ont de quoi s’arracher les cheveux. Internet reste une grande base de données, certes pratique pour trouver des informations en un clic, mais sur laquelle la prudence doit être de mise. Les informations peuvent être incomplètes, déformées ou tout simplement infondées, et la véracité du contenu est trop peu souvent vérifiée. Bien évidemment, tout n’est pas à jeter, mais il faut bien souvent creuser au-delà des premiers résultats pour trouver des informations de qualité.

Le principal problème reste donc de juger de la qualité et de la crédibilité de l’information et de la personne qui la donne. Est-ce que la source du message est fiable? Qui écrit et pourquoi ? L’émetteur de l’information est-il connu et au bénéfice d’une solide formation? Le seul moyen d’avoir un minimum d’objectivité est d’exiger les sources, les références et une transparence totale de l’auteur. Méfiance également concernant les témoignages sur la toile, car l’expérience a malheureusement montré qu’ils sont très souvent achetés ou tout simplement inventés.

Les médias

Avez-vous déjà tenté une cure détox, une monodiète ou l’un de ces nouveaux régimes que préconisent certains magazines ? Combien de temps avez-vous réussi à tenir vos résolutions et quels ont été les résultats sur le long terme? Il n’est pas surprenant d’apprendre que très peu de personnes parviennent à maintenir une perte de poids sur le long terme(5). La situation tend même à s’aggraver pour la simple et bonne raison qu’une alimentation trop contrôlée et restrictive vous fera plus de mal que de bien sur le long terme. Vous ne perdrez pas seulement vos kilos en trop, mais le plus souvent de l’argent qui aurait pu être mieux placé et votre confiance en vous, qui risque d’être sérieusement malmenée(6).

Encore une fois, si la solution se trouvait dans des régimes miracles ou des poudres magiques, il n’y aurait pas autant de problèmes de surpoids, d’obésité et de troubles du comportement alimentaire. Il est donc nécessaire de rester vigilant quant aux solutions miracles que nous exposent certains magazines ou sites internet, particulièrement quand l’été pointe le bout de son nez.

En ce qui concerne les émissions et les articles de presse, il est difficile de traiter de sujets aussi complexes dans un format très court. Veillez à garder un esprit critique, parce que certaines simplifications ou vulgarisations peu claires peuvent mener à une incompréhension du grand public. Cependant, fiabilité de l’information et reportage peuvent faire bon ménage, à condition que certaines règles soient respectées : objectivité, vérification des sources, références et transparence.

Les études scientifiques

Les études ne sont pas une source d’information primaire pour le grand public, mais elles sont la principale source d’information pour les professionnels de la santé. Je me contenterai donc de quelques mots: on ne meurt pas de trop de science, mais d’un manque de science objective et indépendante. La science est un outil et elle peut être utilisée en bien ou en mal. Le but ici n’est pas de rejeter les études scientifiques, mais de s’assurer des intérêts et de la transparence des auteurs afin d’en faire une lecture critique et objective.

Les industriels

Au travers de la publicité et des nombreuses vertus nutritionnelles que l’on trouve sur les produits, les industriels sont de très bons candidats pour apporter davantage de confusion chez les consommateurs. Il faut être réaliste et comprendre que les intérêts de l’industrie agro-alimentaire ne sont pas toujours tournés vers la bonne santé des consommateurs. Il s’agit avant tout d’entreprises qui ont pour objectif principal de vendre davantage et d’augmenter leur chiffre d’affaire, et nous ne pouvons leur en tenir rigueur. Une fois cette notion comprise et intégrée, nous consommons forcément différemment. Etre informé constitue la base d’une consommation responsable.

 

Qui croire au final ?

Les diététiciens diplômés ?

Faisons une analogie simple: iriez-vous traiter un problème dermatologique chez un ophtalmologue ? Bien sûr que non! Alors pourquoi traiter un problème nutritionnel chez un praticien qui n’est spécialisé dans ce domaine ?

On ne s’improvise pas spécialiste en nutrition en quelques week-ends de cours. La pratique du diététicien est premièrement basée sur l’acquisition de connaissances issues de la recherche scientifique – car la nutrition reste avant tout une science – et deuxièmement sur la pratique et l’expérience du terrain, acquises tout au long des 4 ans de formation. A cela s’ajoute l’individualisation de la prise en charge. Il faut comprendre que l’on parle d’êtres humains, tous différents les uns des autres. Ainsi, on ne peut pas se contenter d’appliquer une seule et unique théorie ou des plans alimentaires pré-conçus pour tout le monde. La personnalisation des traitements est primordiale pour obtenir des résultats satisfaisants (7).

Seul le Bachelor en Nutrition et Diététique est reconnu en Suisse et seules les personnes titulaires de ce diplôme peuvent se prétendre diététiciens. Attention donc aux autres appellations, telles que « nutritionniste », « nutrithérapeute » ou « expert en nutrition », non protégées. Pour éviter les confusions, l’Association suisse des diététicien-ne-s (ASDD) a même créé et protégé le titre «diététicien-ne ASDD» (8), afin qu’il soit exclusivement porté par les membres de l’association professionnelle. Ce label certifie que le diététicien:

  • est titulaire d’un diplôme d’une haute école spécialisée “Bachelor of Science en Nutrition et diététique”,
  • est reconnu-e par la loi et l’article 50a de l’ordonnance sur l’assurance maladie(9),
  • pratique son activité professionnelle en se fondant sur des bases scientifiques et conformément à l’éthique professionnelle,
  • s’engage à respecter le code de déontologie de l’association ainsi que le code d’éthique professionnelle.

Seule exception à cette règle, les médecins nutritionnistes, qui ont suivi une spécialisation en nutrition après leurs études.

En guise de conclusion

Tous les nutritionnistes, nutrithérapeutes ou coachs en nutrition ne sont évidemment pas à fuir comme la peste, mais il existe malheureusement des niveaux de formation très hétérogènes et il est important d’être conscient que tout le monde peut se prétendre spécialiste de la nutrition sans être au bénéfice d’une formation certifiée. Assurez-vous de la pertinence des informations reçues et restez critiques.

Avant d’écouter les conseils de tout un chacun et de risquer de mettre sa santé en danger, voici quelques règles de base pour vous y retrouver.

  • Cherchez à savoir qui est l’auteur du message et quels sont ses intérêts. Demandez-vous toujours quel est le message que la personne en question souhaite faire passer et pour quelles raisons.
  • En Suisse, le seul Bachelor reconnu par la loi est le Bachelor of Science (BSc) en Nutrition et Diététique. Médecins nutritionnistes mis à part, l’expérience a montré que des spécialistes auto-proclamés vont même jusqu’à s’inventer des diplômes.
  • Assurez-vous que la personne n’a pas de conflits d’intérêt, car donner des conseils objectifs tout en travaillant dans le domaine de l’agro-alimentaire ou pour une marque de compléments alimentaires n’est pas toujours réaliste.
  • Vérifiez que la personne qui vous prodigue des conseils cite et s’appuie sur des sources fiables. C’est la base de toute démarche scientifique et comme la nutrition reste avant tout une science… enfin, vous avez compris.
  • Se demander si la personne est reconnue dans son domaine n’est pas toujours un gage de qualité, mais c’est un bon début.
  • L’expérience a montré qu’à quelques exceptions près, plus un « spécialiste en nutrition » est actif sur internet avec un site digne des plus grands docteurs et professeurs, moins les bases sont solides et les informations qui y circulent fiables. Le métier de diététicien concerne la santé des gens et se doit de respecter une certaine éthique et un code de déontologie. Apprenez à reconnaître le site d’un professionnel de santé et à déceler celui qui essaie de vous vendre du rêve.

A l’heure ou de plus en plus de personnes cherchent à être autonomes dans leur manière de se soigner, il est important de développer une certaine autonomie dans la manière de s’instruire. Il faut apprendre à développer son esprit critique, à ne pas prendre les informations pour argent comptant et à être exigeant sur les sources et les informations données en nutrition. Croire à un remède miracle unique relève de l’illusion, car il y a autant de solutions que d’individus.

Simon Besse
Diététicien ASDD
[email protected]

 

Addendum / clarification de l’ASDD :

En Suisse, deux titres sont reconnus en diététique : le « Bsc Nutrition et diététique » ainsi que celui de « diététicien-ne dipl. ES », titre de l’ancienne formation, qui était décerné par une école supérieure. Les deux titres habilitent à exercer la profession et autorise à facturer les prestations fournies à la charge de la caisse-maladie par le biais de l’assurance de base. Pour pouvoir identifier les professionnel-le-s qui répondent à ces critères, le label « diététicien-ne ASDD » a été créé, qui peut exclusivement être porté par les membres de l’association professionnelle. Ce label garantit que le/la diététicien-ne ASDD est titulaire d’un « BSc Nutrition et diététique » décerné par une haute école spécialisée ou d’un « diplôme de diététicien-ne » de niveau « école supérieure » régi par l’ancien droit.

Des informations complémentaires sur les diététicien-ne-s légalement reconnu-e-s se trouvent sur le site Internet de l’ASDD, à la rubrique https://svde-asdd.ch/fr/dieteticien-ne-comme-profession/.

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